"Medienkompetenz entwickelt sich nicht von allein!"

Das Jux geht ins Kino

 

Wir gehen ins Kino! Hast du Lust dann komm mit. Wir suchen gemeinsam die Filme aus die uns interessieren und starten dann immer wenn möglich mit den öffentlichen Verkehrsmitteln ins Cineplexx, den Filmclub oder das UCI in Bozen oder auch mal ins Kino am Bahnhof Kaltern, warum nicht. Bist du interessiert dann komm ins Jux oder und frag nach der Kino Whatsapp Gruppe. matthias@jux.it

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Unter dem Motto "Play your part for a better internet" ruft die Initiative der Europäischen Kommission wieder weltweit zu Veranstaltungen und Aktionen rund um das Thema Internetsicherheit auf. Jo Bager ist Redakteur beim Computermagazin c’t und hält diesen Tag für enorm wichtig, weil Eltern und Kinder immer wieder aufs Neue für die Gefahren im Netz sensibilisiert werden müssen.

 

Kann man seine Kinder überhaupt wirksam vor Gewalt, Cybermobbing oder Extremismus im Netz schützen?

Ja, durchaus. Also es gibt da Lösungen, also vor allem für kleine Kinder zum Beispiel gibt es Browser, bei denen ich sicher gehen kann, dass die nicht auf böse Seiten kommen können, weil die halt nur auf Seiten kommen, die von Pädagogen für Kinder tauglich eingeschätzt wurden. Dazu gehören zum Beispiel www.fragfinn.de odermeine-startseite.de. Solche technischen Lösungen entlassen aber Eltern nicht aus der Pflicht, selber zu gucken, was ihre Kinder machen, und überhaupt was technisch überhaupt geht.

 

Wie vermittle ich meinem Kind die notwendige Kompetenz, um kluge Entscheidungen beim eigenen Medienkonsum zu treffen?

Ja, das sind ja immer zwei Sachen. Also wenn ich selber Medienkompetenz übermitteln muss, muss ich mich ja selber auf dem Laufenden halten. Eine schöne Seite für Eltern und kleine Kinder ist das Internet ABC. Eltern größerer Kinder können sich zum Beispiel auf www.schau-hin.info auf den Stand bringen. Eine Seite auch für ältere Kinder ist www.klicksafe.de . Also auf diesen drei Seiten gibt es mehr als genug Material für Erwachsene und Kinder aller Altersstufen.

 

Auch Erwachsene werden im Internet gemobbt oder gar gestalkt. An wen kann man sich wenden, wenn man Opfer solch virtueller Attacken wird?

Fangen wir mal bei den Kindern an: Also wenn das ein schulisches Phänomen ist zwischen Mitschülern, dann sollte das auch in der Schule geklärt werden. Da sollte man dann zum Beratungslehrer gehen und das dann halt innerhalb der Schule klären. Ist es etwas außerhalb der Schule, da gibt es eine schöne Platform die nennt sich www.juuuport.de. Das besondere dort ist, dort tauscht man sich mit anderen Jugendlichen aus. Da ist dann vielleicht einfach die Hemmschwelle kleiner, dort hinzugehen und dann mal einfach sein Leid zu klagen. Ja und Erwachsene sollten im Zweifelsfall zur Polizei gehen?

 

In den letzten Monaten hat man viel gelesen von Hate Speech oder Radikale Gruppen, die ihre Ideologien über YouTube verbreiten – ist die Stimmung im Netz aggressiver geworden?

Das scheint tatsächlich ein bisschen der Fall zu sein. Und zwar ist das ein Effekt, den man schon länger benannt hat als Filter-Bubble oder als Echo-Kammer. Diese sozialen Netzwerke zeigen ja nicht alles an, was so durch die Timeline kommt, sondern versuchen das so ein bisschen herauszufiltern, was einen besonders interessiert. Und da scheint tatsächlich so ein Verstärkungseffekt einzusetzen, dass wenn Leute sich im rechten Spektrum bewegen, dass dann auch eher so fremdenfeindliche Stimmung hochgepusht wird in deren Timelines. Und das scheint dann so dazu zu führen, dass sie in ihrer Meinung bestärkt werden. Sie sehen dann gar keine andere Meinung mehr und glauben dann wirklich, auf dem rechten Weg zu sein.

 

Es werden in diesem Zusammenhang ja auch immer wieder Forderungen nach einer strengeren gesetzlichen Regulierung des Internets oder verschiedener Social-Media-Platformen laut. Halten Sie das im Kampf gegen Extremismus im Netz für sinnvoll?

Ich halte neue Gesetze für keinen guten Weg. Also wir haben zum Beispiel ein Gesetz gegen Volksverhetzung und gegen die Anstiftung von Straftaten. Ich denke Gesetze haben wir genug, sie müssen nur konsequent durchgesetzt werden, zum Einen. Zum anderen sehe ich aber auch die Plattform-Betreiber, insbesondere halt Facebook, in der Pflicht. Also wenn sich etwas „soziales Netzwerk“ nennt, dann sollte es doch auch gerade bei Hass seine eigenen Gruppen-Richtlinien, seine eigenen Leitlinien konsequenter durchsetzen. Facebook hat zum Beispiel überhaupt keine Probleme, sofort Inhalte zu löschen, nur wenn eine weibliche Brustwarze zu sehen ist. Das geht bei Hass nicht so konsequent.

 

Wir haben jetzt viel über all das extrem negative im Netz gesprochen – gibt es denn auch extrem positive Entwicklungen?

Naja, das Internet ist ja zunächst mal ein Medium und es kommt immer darauf an, was man damit macht. Und natürlich nutzen es auch die ganzen Gruppen, die sich um die Flüchtlinge kümmern, um sich zu organisieren. Jetzt sind in letzter Zeit gleich mehrere Apps entstanden, die auch Flüchtlingen ein bisschen helfen bei der Integration, auch durch Zusammenarbeit, durch Kooperation im Netz. Das sind dann die positiven Seiten.

Bei aller berechtigten Vorsicht gibt es also auch viel Gutes, das man im Netz entdecken kann.

... und hier verschiedene Präsentationen 

Vom Medienraum zum JuxMediaLab.pdf
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